Top 5 Fehler die Naturfotografen machen
- Jakob Kreusch
- 27. Mai
- 5 Min. Lesezeit
Aktualisiert: vor 4 Tagen
Naturfotografie ist anders als Studiofotografie. Draußen bist du nicht Herr über Licht, Wetter oder Tiere. Du bist Gast in einer Welt, die sich ständig verändert. Genau das macht es spannend – aber auch knifflig. Viele, die mit der Kamera in die Natur gehen, machen immer wieder dieselben Fehler. Ich kenne das aus eigener Erfahrung. Hier erzähle ich dir, welche fünf Fehler ich immer wieder sehe und wie fatal sie sein können.
1. Wetter und Umweltbedingungen ignorieren
Viele unterschätzen, wie sehr das Wetter und die Umgebung die Naturfotografie beeinflussen. Du kannst nicht einfach bei jedem Wetter losziehen und erwarten, dass die Bilder gut werden. Nebel, Regen, Wind oder Sonne verändern nicht nur die Stimmung, sondern auch die Technik und die Risiken.
Warum passiert das? Weil man oft denkt: „Ich will jetzt raus, egal wie.“ Oder man verlässt sich auf die Wetter-App, die nicht immer genau ist. Das kann neben einzigartigen Aufnahmen nicht nur zu entgegen gesetzt schlechten Ergebnissen, sondern auch zu Equipment Schäden oder Verletzungen führen.
Lösung: Beobachte das Wetter genau. Plane deine Touren so, dass du die besten Bedingungen erwischst. Morgens und abends ist das Licht oft am schönsten. Und wenn es regnet, brauchst du eine wasserdichte Kamera-Hülle und passende Kleidung. So bist du vorbereitet und kannst auch bei schwierigen Bedingungen gute Fotos machen. Allgemein hilft hier jeder Tag den man in der Natur verbringt mehr grundlegendes Verständnis und Bauchgefühl zu entwickeln was zumutbar ist.

2. Falsches oder fehlendes Outdoor-Equipment
Ein Klassiker und anknüpfend an unseren ersten Punkt: Du hast deine Kamera, aber keine passende Ausrüstung für draußen. Kein Stativ, keine wetterfeste Tasche, keine Regenjacke oder sogar ein Zelt? Das kann dir nicht nur das Erlebnis unangenehmer machen sondern auch ein ganzes Projekt zerschießen.
Warum passiert das? Weil viele Naturfotografie Anfänger denken, die Kamera allein reicht. Oder sie sparen an der Ausrüstung, weil sie glauben, das sei Luxus.
Lösung: Investiere in gutes Outdoor Equipment. Ein stabiles, leichtes Stativ ist Gold wert, wenn du Tiere oder Landschaften ruhig festhalten willst. Wasserdichte Taschen schützen deine Ausrüstung vor Feuchtigkeit und Staub. Genug Strom ist elementar in der Digitalfotografie und gerade wenn du ansitzt oder auf bestimmte Wetterlagen wartest ist ein Wasserdichtes unauffälliges Zelt oder ein Biwaksack Gold wert.
3. Gefahren durch Wildtiere unterschätzen
Wildtiere sind keine Models, die auf Kommando posieren. Sie reagieren auf deine Anwesenheit. Viele unterschätzen, wie schnell Tiere flüchten oder bei falschem Umgang aggressiv werden können. Sicherheitsabstand und richtiges Verhalten sind entscheidend.

Warum passiert das? Weil man die Tiere oft zu nah heran will oder nicht weiß, wie man sich verhält. Manchmal fehlt auch die Geduld, um auf den richtigen Moment zu warten. Und manchmal der Blick für das wesentliche, in Deutschland zum Beispiel ist das gefährlichste Tier auch nicht der Wolf oder ein anderes Raubtier sondern die Zecke.
Lösung: Informiere dich über das Verhalten der Tiere, die du fotografieren willst. Halte immer ausreichend Abstand. Nutze Teleobjektive, um nah dran zu sein, ohne zu stören. Wenn du einem Tier begegnest, bleib ruhig, bewege dich langsam und vermeide plötzliche Geräusche. Und ja, gerade bei Raubtieren sind viele beeindruckende Portraits deutlich näher aufgenommen als vor Ort an Abstand empfohlen wird, was jedoch nie vergessen werden darf, dass solche Aufnahmen meist in professioneller Begleitung oder von im Outdoor Bereich sehr erfahrenen Fotografen aufgenommen werden. Was es zu verstehen gilt ist, dass Wildtiere fotografieren am besten von außen klappt, sprich man selbst wenn man sich in seinem Wohnraum befindet, der Natur ihren Lauf lässt und diese nur beobachtet.
Ergänzend gab es hier bereits oft die Frage nach Bärenspray. Ja, das kann helfen, gegen viele Tiere, allerdings sind auch hier die Windrichtung und die individuelle Situation zu beachten, bei gesundem Menschenverstand und ausreichend Ruhe braucht man ein Solches meistens nicht, die brenzligen Situationen entstehen meist auch nicht beim friedlichen Beobachten oder Fotografieren von Tieren, sondern aus spontanen Situationen in denen Mensch und / oder Tier überrascht sind und eienr von beiden dei Ruhe verliert.
4. Falscher Umgang mit der Kamera in der Natur
Draußen ist deine Kamera vielen Einflüssen ausgesetzt: Feuchtigkeit, Staub, Kälte. Viele machen den Fehler, die Kamera nicht ausreichend zu schützen. Auch Akkus und Speicherkarten werden oft vernachlässigt.
Warum passiert das? Weil man im Studio oder bei kurzen Shootings nicht so vorsichtig sein muss udn routiniert einen schnellen Objektiv- oder Akkuwechsel durchführen will. Draußen vergisst man schnell, dass die Technik empfindlich ist.
Lösung: Nutze Kamerahüllen oder Regenüberzüge. Pack deine Kamera in eine gepolsterte, wetterfeste Tasche, wechsle Objektive so wenig wie möglich und verstaue was du nicht aktiv brauchst gut in deinem Gepäck. Achte darauf, dass Akkus voll sind und nimm Ersatz mit. Kälte zieht Akkus schnell leer, also halte sie warm, zum Beispiel in der Jackentasche. Speicherkarten solltest du regelmäßig wechseln und sichern, damit keine Bilder verloren gehen. Was viele oft übersehen ist Dunst bei Temperaturwechsel, Gerade am frühen Morgen sollte man nicht zwingend seine Objektive wechseln, da man sich hier schnell Feuchtigkeit in das Kameraequipment ziehen kann.
5. Kameraeinstellungen nicht an die Natur angepasst
Viele Naturfotografen nutzen Standard-Einstellungen oder vergessen, dass Tiere sich bewegen und Geräusche sie stören können. Das führt zu unscharfen Bildern oder verpassten Momenten.
Warum passiert das? Weil man oft nicht weiß, wie man die Kamera optimal einstellt oder sich nicht genug Zeit nimmt, um die Situation zu beobachten.
Lösung: Nutze schnelle Verschlusszeiten, um Bewegungen einzufrieren. Schalte den Bildstabilisator ein, wenn du aus der Hand fotografierst. Hier gilt immer lieber ein verrauschtes als ein verschwommenes Bild, also sollten die Blende und der ISO die primären Hebel sein um mehr Licht auf den Sensor zu bringen. Wenn deine Kamera einen elektronsichen Verschluss hat ist dieser sinnvoll um Tiere nicht zu verschrecken, allerdings besteht hier das Risiko, dass der sogenannte Rolling Shutter Effekt auftritt und dein Bild verzerrt wird. Gelöst in Kombi hat das aktuell nur die Sony A 9 II mit ihrem Global Shutter, der jedoch seinen sehr stolzen Preis trägt. Ich nutze die Sony A7IV und als Backup sowie für dunklere Situationen die Sony ZV-E1 und wurde davon bis jetzt noch nicht enttäuscht. Allgemein hilftTarnung in Kombination mit Geräuschdisziplin unbemerkt zu bleiben, das kann durch Kleidung oder ein Tarnzelt erreicht werden. Respektiere die Natur und die Tiere, indem du nicht zu nah kommst oder sie störst.
Zusammenfassend gilt
Naturfotografie ist mehr als nur Kamera draufhalten. Wer draußen erfolgreich sein will, muss Wetter, Ausrüstung, Tiere und Technik im Griff haben. Die fünf Fehler, die ich hier beschrieben habe, begegnen mir immer wieder und ich habe sie selbst alle gemacht oder knapp vermieden. Wenn du sie vermeidest, kommst du schneller zu besseren Bildern und mehr Freude an der Wildlife Fotografie und wenn du alles rechtzeitig auf dem Schirm hast ist die Chance dass deiner Kamera oder dir etwas beim Fotografieren in der Natur passiert nicht höher als im Studio..
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Hinweis: Dieser Artikel dient zur Information und basiert auf eigenen Erfahrungen in der Naturfotografie und nicht auf staatlich oder ärztlich geprüften Informationen.



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