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Top 5 Objektive für Tierfotografie nach sechs Jahren Erfahrung

  • Jakob Kreusch
  • vor 2 Tagen
  • 5 Min. Lesezeit

Wer Tiere in freier Natur fotografieren will weiß: Das richtige Objektiv macht viel Unterschied. Es entscheidet, ob du scheue Wildtiere nah heranholst, schnelle Bewegungen scharf einfängst oder auch bei wenig Licht noch klare Bilder bekommst. Ich fotografiere seit Jahren mit meiner Sony A7 IV und habe viele Objektive ausprobiert. In diesem Artikel teile ich meine besten Erfahrungen mit fünf Objektiven, die in der Praxis alle ihre Stärken und teils auch Schwächen aufgezeigt haben. Keine technischen Datenblätter, sondern echte Tipps aus der Naturfotografie zur Ausrüstung, die dir individuell zeigen was sich für welche Situation am besten eignet. Denn technisch besser heißt hier nicht zwingend geeigneter.



SIGMA 150-600mm: Mein All Around Objektiv aus den Rockys


Das Sigma 150-600mm ist für mich ein echter Allrounder unter den Teleobjektiven für die Tierfotografie. Mit einer Brennweite von 150 bis 600 Millimetern deckt es eine enorme Reichweite ab. Gerade wenn du Wildtiere fotografierst, die sich nicht nah an dich herantrauen oder zu denen du einen Sicherheitsabstand waren möchtest, ist das ein großer Vorteil. Meines habe ich tatsächlich relativ spontan vor einigen Jahren in den Rockys gekauft, da ich dort zuerst ein Tamron 500mm geliehen hatte welches aber in seiner Schärfe sehr enttäuschte. Aufgrund der damals fast 800$ Preisunterscheid und der 50mm zusätzlicher Zoomrange fiel meine Entscheidung auf das Sigma Teleobjektiv statt dem Sony 200-600mm und seit dem konnte ich hiermit einige Werbereife Fotos einfangen.


Die Bildstabilisierung funktioniert gut, was bei langen Brennweiten und oft unruhigen Händen im Gelände oder doch leichter Nervosität bei größeren Prädatoren wie einem Bär Gold wert ist. Der Autofokus ist schnell genug, um auch bewegte Tiere zu verfolgen, allerdings merkt man bei sehr schnellen Vögeln oder Sprüngen manchmal doch die Differenz zum original Sony. Allerdings hatte ich diese Situtation sehr selten und mit der hohen Framerate der A7IV ist das auch kaum relevant. Das Gewicht von rund 2,3 Kilogramm ist spürbar, aber noch gut handhabbar, wenn du mit einem stabilen Stativ oder einem Einbeinstativ arbeitest, allerdings gerade auf Trekkingtouren macht sich das Objektiv auf Dauer doch sehr bemerkbar im Rucksack.


In der Praxis habe ich das Sigma eigentlich immer dabei wenn ich gezielt für die Wildlife Fotografie unterwegs bin, mit der richtigen Kamera lässt sich auch die Offenblende von 6,3 bei 600mm noch gut kompensieren. Dadurch zeigt es auch bei wechselnden Lichtverhältnissen, etwa in der Dämmerung noch eine solide Leistung. Die Bildqualität ist scharf, aber bei 600mm merkt man leichte Abstriche in der Schärfe am Bildrand. Für den Preis ist das aber ein sehr gutes Ergebnis und die Mängel fallen auch einem fachkundigem Auge nur bei genauem Hinsehen auf.


Naturfotografie Wildtier Portrait scharf – Jakob Kreusch Tierfotograf Deutschland
Sigma 150-600mm, Jakob Kreusch, Sep2023

Ideal würde ich dieses Objektiv beschreiben für: Scheue Wildtiere, die du aus großer Entfernung fotografieren willst. Jeden der eine flexible Wildlife Fotografie Ausrüstung sucht, die nicht zu teuer ist aber dennoch in der Profi Liga ihren Platz findet.



Sony 600mm Festbrennweite, Maximale Lichtstärke und Schärfe


Das Sony 600mm f:4 ist ein Traumobjektiv für alle, die höchste Bildqualität und Lichtstärke wollen. Mit einer festen Brennweite und einer Blende von f:4 liefert es ein unglaublich scharfes Bild und ein wunderschönes Bokeh. Gerade bei schlechten Lichtverhältnissen, etwa in der Morgendämmerung, macht sich die Lichtstärke bezahlt.


Der Autofokus ist extrem schnell und präzise, was bei schnellen Tieren wie Greifvögeln oder springenden Rehen entscheidend ist. Allerdings ist das Objektiv mit etwa 3 Kilogramm und der Größe nicht gerade leicht zu transportieren. Für längere Wanderungen in unwegsamem Gelände ist es eher eine Herausforderung.


Ich durfte das Objektiv bereits vor einiger Zeit bei einem Workshop testen und die Performance wird dem stolzen Preis von knapp 14000€ gerecht. Nicht nur die Schärfe, auch der Autofokus geht nahezu nahtlos mit der Kameraleistung ineinander über. Für wen Geld also nur eine untergeordnete Rolle spielt ist dieses Objektiv definitiv das richtige Werkzeug. Allerdings ist noch zu sagen, dass aufgrund der festen Brennweite der Einsatzbereich weniger flexibel ist als bei Tele Zoom Objektiven.




SIGMA 24-70mm f:2.8, Das vielseitige Standardzoom für Natur und Umgebung


Das Sigma 24-70mm f:2.8 ist kein klassisches Teleobjektiv Tierfotografie, aber für mich ein unverzichtbarer Teil der Naturfotografie Ausrüstung. Es ist ideal, wenn du Tiere in ihrer Umgebung zeigen willst, also nicht nur das Tier selbst, sondern auch den Lebensraum oder eine Landschaftsfotografie mit anfertigen möchtest

Die Lichtstärke von f:2.8 hilft besonders in der Dämmerung oder bei bewölktem Himmel. Ich nutze es oft für Landschaftsaufnahmen mit Wildtieren im Vordergrund, etwa Rehe auf einer Wiese oder Vögel in Baumkronen. Die Brennweite ist flexibel genug, um schnell zwischen Weitwinkel und leichtem Tele zu wechseln.


Wildtiere fotografieren Teleobjektiv Aufnahme – Jakob Kreusch Wildlife Fotograf
Sigma 24-70mm, Jakob Kreusch, Mai2023

Natürlich stößt das Objektiv bei großen Distanzen an seine Grenzen. Super eignen zu bereits genantnen Zwecken tut es sich alelrdings zum Filmen von Tieren und ihrer Umgebung. Im Bereich der Wildlife Fotografie würde ich dieses Objektiv eher als ergänzendes Objektiv fürs Ambiente sehen.




SONY G Master II 70-200mm: Mein Herzstück für hochwertige Aufnahmen


Das Sony G Master II 70-200mm ist für mich das perfekte Telezoom, wenn du Tiere aus mittlerer Entfernung fotografierst und die maximale Erfahrung plus Qualität willst. Es ist scharf, hat einen schnellen Autofokus und eine sehr gute Bildstabilisierung. Im Vergleich zu längeren Telezooms ist es handlicher und leichter zu tragen. Mit über einem Kilogramm bringt es allerdings immer noch ein stolzes Gewicht für langfristige Touren mit.


Ich nutze dieses Objektiv nicht nur dazu meinen Kunden maximale Qualität zu liefern, sondern konnte auch unschlagbar authentische Ergebnisse und Erfahrungen damit in der Wildlife Fotografie einfahren. Im Gegensatz zu einem 600mm muss man hiermit je nach Aufnahme recht nah ans Motiv heran, was einem gerade bei Wildtieren doch etwas Nervenkitzel verpassen kann, dafür die Erfahrung aber realer macht.


Wildlife Fotografie Tierfotografie Natur – Jakob Kreusch Naturfotograf Deutschland
Sony 70-200GMII, Jakob Kreusch, Aug2025

Für seine stolzen 3000€ lässt es jedoch keine Wünsche offen, es ist bisher sowohl an meiner ZV-E1, als auch an meiner A7IV immer zu 100% zuverlässig gewesen und liefert Ergebnisse im absoluten Spitzenbereich.


Ich wollte dieses Objektiv absolut nicht mehr missen und würde es sogar aus den meisten Standpunkten betrachtet einer längeren Brennweite vorziehen, da es sich ebenso wie für die Wildlife Fotografie, auch hervorragend für Eventfotos oder Sportfotografen eignet. Es ist nicht so lang wie das Sigma 150-600 oder das Sony 600mm, aber dafür kompakter und vielseitiger.




Sony 200-600mm: Das professionelle Supertele für scheue Wildtiere


Das Sony 200-600mm ist wie eben schonmal erwähnt, Sonys eigene Lösung für den professionellen Bereich der Super Tele Zoom Objektive. Ich hatte 2023 das Privileg mit diesem Objektiv im Yellowstone Nationalpark fotografieren zu dürfen und dort dessen Stärken und Schwächen zu erfahren.


Neben dem Super zuverlässigem Autofokus-Tracking übertrifft es seinen Konkurrenten von Sigma und Tamron nicht nur in der Schärfe, sondern ist auch noch ca. 300 Gramm leichter. Zudem muss es nicht ausfahren um zu zoomen, die komplette Mechanik hier bewegt sich innerhalb des Objektivs, was sich je nach Wetter positiv auf die Langlebigkeit des Objektives ausüben kann.


Sony Teleobjektiv Naturfotografie Ausrüstung – Jakob Kreusch Wildlife Fotograf Equipment

Wirkliche Schwächen hat dieses Objektiv aus meiner Sicht nicht, meine Kaufentscheidung fiel damals aus bereits oben genanntem größeren Brennweitenbereich und dem damals noch sehr hohen Preisunterschied auf das Sigma. Heute sind beide für ca. 1300-1600 €, je nach Angebot und Anbieter neu zu erhalten. DIe Frage nachd er Schärfe die ich mir damals stellte, warum ein weniger scharfes Objektiv kaufen wenne s ein besseres gibt, war recht einfach durch den EInsatzbereich beantwortet. Wer mit einem Super Tele Portrait schießt, cropped meistens nur begrenzt rein, so dass wenigste Prozent Schärfendifferenz völlig vernachlässigbar sind.


Tierfotografie in Summe ist eine Herausforderung, bei der die richtige Ausrüstung viel Unterschied macht. Jedes der vorgestellten Objektive hat seine Stärken und Schwächen. Für mich ist die Kombination aus Sony A7 IV und meinen genannten Objektiven ideal für lange Fototouren in zum Beispiel den Rocky Mountains oder auch in vielen abgelegenen Teilen Europas. Als bestes Setup im Bereich der Wildlife Fotografie Ausrüstung würde ich jedem empfehlen eine Kamera mit präzisem Autofokus mit einem 70-200 und einem 200-600 zu kombinieren, ergänzend durch ein etwas weit winkligeres Objektiv.


Wenn du mehr über meine Arbeit und Ausrüstung erfahren möchtest oder Unterstützung bei deinem nächsten Wildlife-Projekt suchst, schau gerne auf meiner Website vorbei oder kontaktiere mich direkt. Lass uns gemeinsam die Natur in beeindruckenden Bildern festhalten.



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